Intensive ambulante Hilfen für Mütter

Tagesgruppe mit intensiven ambulanten Hilfen für Mütter mit Kindern von 0 bis 3 Jahren


Zur Erweiterung unseres Angebots in der Hilfelandschaft für Familien mit Kindern bieten wir ein ergänzendes, nach ethischen Prinzipien ausgerichtetes Hilfeangebot in Form einer Tagesgruppe mit ergänzender intensiver Einzelbetreuung. Hier können Eltern, bzw. Elternteile mit Kindern und einem besonderen Förderbedarf eine differenzierte und auf Prävention ausgerichtete Jugendhilfeleistung in Anspruch nehmen, die mit dem Amt für Familie und Soziales kooperiert.

Das Hilfeangebot besteht aus einem Grundangebot und je nach individuellem Hilfebedarf zusätzlichen Elementen. 


Zielgruppe:

Das Angebot richtet sich an Frauen, die mit ihrer Familie in eigenem Wohnraum leben und dazu intensiver Unterstützung bedürfen.
Die Maßnahme begleitet Mütter/Eltern mit mindestens einem Kind unter drei Jahren,

 - die Unterstützung in der Pflege, Versorgung, Förderung und Erziehung
    benötigen
 - die Hilfe in der Entwicklung ihrer lebenspraktischen Fähigkeiten benötigen
 - die einen Bedarf in weiterreichender sozialer Unterstützung haben
 - die aufgrund eines fehlenden sozialen Umfelds von Isolation bedroht sind
 - denen durch krisenhafte Ereignisse z. Zt. keine Bewältigungsmechanismen
   zur Verfügung stehen und
 - die eigene und familiäre Perspektiven entwickeln wollen.

Ausschlusskriterien:

 - Verweigerung der Mitarbeit eines Elternteils
 - akute Kindesmisshandlung im eigenen Haushalt


Hilfeart und Rechtsgrundlagen:

Schwerpunkte der Arbeit sind ein gruppenorientiertes Hilfsangebot für Mütter und Väter mit Kindern mit intensiver Individualarbeit im eigenen Wohnraum und Lebensumfeld. Die Elternteile und Kinder werden als familiäre Einheit betrachtet, unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Bedürfnisse.
Hierbei wird die Hilfe im lösungs- und ressourcenorientierten Ansatz gruppenbezogen und familienindividuell entwickelt.
Die gesetzliche Grundlage hierbei bilden die §§ 27,1 und 2 ff SGB VIII.

Ziele und Arbeitsweisen der Hilfe:

 - Stärkung des Selbsthilfepotentials der Familie
 - Sicherung des Verbleibs des Kindes in der Herkunftsfamilie
 - Bindungsförderung zwischen Eltern und Kind, als Basis der Eltern-
   Kind-Beziehung
 - Förderung einer Tagesstruktur, die die altersgemäßen Bedürfnisse
   des Kindes umfasst
 - Erleben eines Gemeinschaftsgefühls in der Gruppe für Eltern und
   Kinder zur gegenseitigen Unterstützung und Verhinderung von
   Isolation
 - Förderung der Kommunikationsfähigkeit der Eltern zur selbständigen
   Alltagsbewältigung
 - Entwicklung von Kompetenzen in der Säuglings- und Kleinkinder-
   versorgung und -förderung
 - Bewusstmachung der Verantwortung für Kinder/Familie und Sicherheit
   in der Umsetzung

Die geleitete Gruppenstruktur des Angebots bietet Austausch und die Möglichkeit sozialer Interaktion. Hier werden unter Anleitung Kompetenzen vermittelt, die zu einem späteren Zeitpunkt Sicherheit und Selbständigkeit im Zusammenleben mit den eigenen Kindern ermöglicht. In der intensiven Einzelarbeit werden die
Inhalte des Gruppenangebots in der eigenen Familie mit Unterstützung individualisiert.

Unsere Arbeitsweisen orientieren sich an den Standards für stationäre Mutter-/Vater-Kind-Einrichtungen.

Methodische Grundlagen:

Das Angebot orientiert sich an der Unterstützung von Familien im Hinblick auf eine tagesstrukturierende Ausrichtung, die die Kompetenzen von Elternteilen in der ganzheitlichen Kindesversorgung in einem Gruppensystem und in der Einzelarbeit fördert und entwickelt.
Hierzu greifen wir auf wissenschaftliche Erkenntnisse der Pädagogik, der Psychologie und Medizin zurück und auf vielfältige Methoden und stetige Fortbildungen, die wir durch unsere langjährige Tätigkeit in der Mutter-Kind-Arbeit erworben haben.
Dazu gehören Angebote aus den  Bereichen:

 - Elterntraining
   Reflexion kindlichen Verhaltens
   Darstellung von kindlichen Entwicklungsaufgaben
   Respekt und Wertschätzung
   Freiräume und Grenzen

 - Persönlichkeitsentwicklung
   Entwicklung und Stärkung der elterlichen Erziehungskompetenzen
   Reflexion kritischer Erziehungssituationen
   Vorbildfunktion und Orientierung
- Gruppenarbeit
   Aktivierung von gemeinschaftlichem Denken und Handeln
   Partizipation
   Stärkung des Selbstwertgefühls und sozialer Sicherheit

 - Sozialtraining
   Alltags- und Finanzmanagement
   Stärkung der Fähigkeiten in sozialen Kontakten
   Zeitmanagement/Prioritätensetzung und -einhaltung

 - Ernährung
   Einkauf, Erstellung eines Essenplans
   Umgang mit einem Lebensmittelbudget
   kindentsprechende Zubereitung von Mahlzeiten
   Esskultur

 - Freizeitpädagogik
   Alternativen zur Nutzung neuer Medien erarbeiten
   kindliche Bedürfnisse in der Planung  berücksichtigen
   gemeinschaftliche Freizeitaktivitäten planen und umsetzen


Die Leistung enthält als zentralen Schwerpunkt die Förderung von Erziehungs- und Entwicklungsaufgaben mit Familien mit Kindern. Darüber hinaus werden die psychosozialen Schwierigkeiten mit der Familie erörtert und diese bei der Veränderung unterstützt.


Inhalte der Gruppenarbeit:

 - Vermittlung von entwicklungspsychologischem Wissen
 - Entwicklung familiärer Ressourcen durch Elterntraining
 - Unterstützung der Eltern-Kind-Bindung z. B. durch PEKIP
 - Unterstützung bei der Tagesstrukturierung
 - Erweiterung und Stärkung sozialer Kompetenzen
 - Vermittlung von Kompetenzen zur Bewältigung von Umweltanforderungen
 - Vermittlung von privat-ökonomischen Grundlagen (Schuldenprävention)
 - Anleitung im hauswirtschaftlichen Bereich
 - Anleitung in der kindesorientierten Herstellung von Mahlzeiten
 - Anleitung in der kindbezogenen Umsetzung von Eß- und Familienkultur
 - Aktivierung weiterer Kompetenzen im lebenspraktischen Bereich
 - Angebote zur kindgerechten, altersentsprechenden Freizeitgestaltung
   in der Gruppe

Inhalte der klientenorientierten, individualisierten Arbeit:

 - Problemanalyse
 - Entwicklungspsychologische Beratung
 - Vertiefung von entwicklungspsychologischem Wissen
 - Unterstützung bei der Tagesstrukturierung
 - Erweiterung der lebenspraktischen Fähigkeiten
 - Aktivierung des persönlichen Zeitmanagements
 - allgemeine soziale Beratung unter Berücksichtigung des persönlichen
   Lebensumfeld
 - Nutzung der individuellen Ressourcen
 - Unterstützung bei der Wahrnehmung der Angebote im eigenen Stadtteil
   für Familien

In Notfallsituationen, z. B. bei Einschlaf- und Durchschlafstörungen des Kindes, kann durch Rufbereitschaft täglich 24 Stunden, Unterstützung geleistet werden.


Umfang der Hilfe

• Grundangebot:

 3 x wöchentlich Tagesgruppe, Montag und Mittwoch  10:00 bis 15:00 Uhr
            Freitag   15:00 bis 17:00 Uhr

 3 x wöchentlich SPFH, Dienstag und Donnerstag 2 Stunden
            Sonntag 1 Stunde

 Rufbereitschaft 24 Std. täglich über alle Wochentage.

• Intensive Zusatzangebote:

1. erweiterter Stundenumfang SPFH nach individuellem Bedarf
    (z.B. Schlaftraining, Nachttraining)

2. Kurzfristige Entlastungsangebote in Krisensituationen:
- Übernachtung des Kindes in altersentsprechenden Gruppen des St. Antoniushauses
- stationäre Aufnahme von Mutter und Kind im Mutter-Kind-Bereich
   im Notraum, unter Begleitung der SPFH

• Weitere Zusatzangebote:

1. Trainingseinheiten zur Entwicklungspsychologischen Beratung

2. Gruppenangebote für Väter

3. Angebote für Geschwisterkinder:

- Betreuung
- Hausaufgabenhilfe
- Diagnostik

• Flankierende Angebote im SkF:

 - Schuldnerberatung in Kiel Mitte und Gaarden
 - Schwangerschaftsberatung in Kiel Mitte und Gaarden
 - Kinderkleiderkiste in Kiel Mitte
 - Kindertageseinrichtungen in den Stadtteilen Kiel Mitte und Elmschenhagen


Die Leistung für Mütter und Väter mit Kindern wird ganzjährig angeboten und bietet  nach Maßgabe der Hilfeplanung flexible Anfangs- und Beendigungszeiten.

Eine Gruppe besteht aus sechs Familien oder Elternteilen mit Kindern.
Die Gruppenarbeit unterliegt einer gesonderten Wochen- und Monatsplanung, in der neben Tagesstruktur, gemeinsamer Essenszubereitung und kindgerechter Mahlzeiteneinnahme auch Unterstützung in der Mittagsschlafsituation für Kleinkinder geleistet wird. Die Schlafenszeit der Kinder wird zur elterlichen themenorientierten Gruppenarbeit genutzt.

Der Freitagnachmittag soll in Form eines Elterncafes und Eltern-Kind-Nachmittag zu einem ausgleichenden, harmonischen Wochenausklang führen.

Die individualisierte Familienarbeit findet in der eigenen Wohnung dienstags und donnerstags für je zwei Stunden sowie sonntags für eine Stunde statt. Hier wird nach individueller Planung auf dem Hintergrund der Zielbeschreibung aus der Hilfeplanung am Lern- und Entwicklungsbedarf der Familien gearbeitet. Ergänzende Kursangebote des Stadtteils werden erörtert und vermittelt.

Verlauf der Hilfe:

 - Anfrage des ASD mit kurzer Falldarstellung
 - Erstkontakt mit ASD und Familie in der eigenen Wohnung
 - Startphase für die Dauer von vier Wochen
   In dieser Zeit geht es um die Eingewöhnung in die Gruppe, Beziehungsgestaltung und den ersten Vertrauensaufbau zu den Mitarbeiterinnen, für die folgende Zusammenarbeit
 - Hilfeplanung und Zielvereinbarung
 - Gruppen- und Individualarbeit in einer Tages- und Wochenstruktur mit der Familie und dem Elternteil
 - Regelmäßige Teamkonferenzen zur Zielkontrolle und Reflexion
 - Außerplanmäßige Veränderungen werden unverzüglich dem ASD mitgeteilt
 - Abschlussbesprechung mit dem ASD

Die Startphase von vier Wochen bietet einen Zeitraum, in dem sich die Familien und Hilfebeteiligten im Klaren darüber werden, ob die aktuelle Maßnahme die gewünschte Hilfe bietet.


Mitwirkung am Hilfeplanverfahren:

 - Kooperation mit dem ASD
 - Vor- und Nachbereitung des HPG mit dem Elternteil
 - Umsetzung der formulierten Ziele in der Gruppen- und Individualarbeit
 - Entwicklung vorhandener Ressourcen
 - Feststellung möglicher anderer Problembereiche
 - Bericht zur Hilfeplanung
 - Empfehlung zur Fortschreibung des Hilfeplans

Im Falle einer akuten Kindeswohlgefährdung durch sich zuspitzende Risiken wird umgehend der ASD informiert, um gemeinsam mit dem Elternteil/der Familie entsprechende Maßnahmen einzuleiten.


Personal

Die Qualifikation der Mitarbeiterinnen ist Dipl.-Sozialarbeiter/in oder Dipl.-Sozialpädagoge/in. Bei besonderer  Eignung - durch langjährige Tätigkeit in der intensiven ganzheitlichen Familienarbeit und entsprechender Fortbildung - sind Erzieherinnen und Erzieher einsetzbar.

Kontakt

Mutter-Kind-Bereich im St. Antoniushaus
Sozialdienst katholischer Frauen e.V. Kiel
Rüsterstraße 30
24146 Kiel

Telefon 0431 - 66 85 0 (Zentrale)
Fax: 0431 - 66 85 106
E-mail: st.antoniushaus@skfkiel.de
Bereichsleiterin: Andrea Kamps