Wohnbereich für Kinder mit Behinderungen

Einrichtungsart

Die Einrichtung leistet gem. §§53,54 SGB XII Eingliederungshilfe, sowie nach § 61 SGB XII Hilfe zur Pflege für Kinder und Jugendliche mit besonderem und außergewöhnlichem Hilfebedarf.

Zielgruppe

Kleinkinder, Kinder und Jugendliche mit einer Altersspanne von in der Regel 0 Jahre bis zur Volljährigkeit können Aufnahme finden:

  • mit schweren angeborenen und/oder erworbenen körperlichen und/oder geistigen Behinderungen, die eine außergewöhnliche Komplexität und Intensität bezüglich der Betreuung und Förderung aufweisen
  • die in der Herkunftsfamilie aufgrund ihrer schweren Behinderung nicht betreut oder versorgt werden können
  • die aufgrund ihrer außerordentlichen Schwere ihrer Behinderung im Rahmen der Eingliederungshilfe intensive, individuelle, pädagogische und pflegerische Förderung bedürfen
  • die gemäß Feststellung des zuständigen Leistungsträgers –ggf. im Einzelfall nach Anhörung von Sachverständigen (§ 24 Eingliederungshilfe VO) aufgrund der außerordentlichen Schwere der Behinderung auf Betreuung in einer vollstationären Einrichtung angewiesen sind
  • mit Entwicklungsverzögerungen ohne klare Genese

Das vollstationäre Angebot der Einrichtung ist darauf ausgerichtet, die Kleinkinder, Kinder und Jugendlichen entsprechend dem individuell notwendigen Bedarf zu fördern, zu betreuen und zu pflegen. Es handelt sich um ganzheitliche Lern- und Entwicklungsprozesse, die auf die Entfaltung der Persönlichkeit unter Berücksichtigung des individuellen Hilfebedarfs abzielen.

Soweit möglich, sollen Kinder im vorschulischen Alter zum Besuch einer Kindertagesstätte, im schulpflichtigen Alter zur Erfüllung der gesetzlichen Schulpflicht befähigt werden. Zur bestmöglichen Förderung der Kinder wird eine intensive Zusammenarbeit mit diesen und allen anderen Beteiligten angestrebt.

Plätze / Raumangebot

Der Bereich bietet 48 Plätze mit 6 Gruppen für Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen.

Aufnahme

In der Einrichtung werden Kleinkinder, Kinder und Jugendliche mit einer Altersspanne von in der Regel 0 Jahre bis zur Volljährigkeit im Sinne des SGB XII aufgenommen.

Angebot / Konzept

Wegweisend für die Arbeit mit Kleinkindern, Kindern und Jugendlichen ist das christliche Menschenbild. Jeder Mensch wird als Geschöpf Gottes mit unveräußerlichter Menschenwürde gesehen, dem mit Respekt, Wertschätzung und Toleranz begegnet wird. Jedes Kind, jeder Jugendlicher und jede Jugendliche erfährt Zuwendung, Liebe und Geborgenheit. Dem christlichen Menschenbild entspricht es, verlässliche persönliche Beziehungen aufzubauen und jeden Menschen positiv anzunehmen. Die Selbstbestimmung, Individualität und Persönlichkeit des Menschen kommt in seinen Fähigkeiten, Ressourcen, Wünschen, Bedürfnissen und Möglichkeiten zum Ausdruck. Hieraus ergeben sich Konzepte individueller Förderung.

Der Wohnbereich bietet ein differenziertes Spektrum von Angeboten, um der Art, der Schwere der Behinderung, den unterschiedlichen Leistungsfähigkeiten und Entwicklungsmöglichkeiten sowie Neigungen und Wünschen der Kinder Rechnung zu tragen.

Ein ganzheitliches Konzept, Unterstützung der Entfaltung der Persönlichkeit und ein interdisziplinäres Team von MitarbeiterInnen sichern fachliche Qualität, persönliche Nähe, emotionale Zuwendung und ein stabiles Umfeld.

Eine „Rund –um- die - Uhr“ Betreuung wird neben dem regulären Tagdienst durch die Nachtwachen gewährleistet.

Personal

Im Bereich Kinder und Jugendliche mit Behinderungen arbeitet ein interdisziplinäres Team aus verschiedenen Studien- und Ausbildungsberufen.

Die MitarbeiterInnen sind in Teil- und Vollzeit beschäftigt.

Finanzierung

Die Finanzierung des Bereiches Menschen mit Behinderungen des St. Antoniushauses wird über die Eingliederungshilfe nach SGB XII übernommen.

Snoezelen

Das Kunstwort "Snoezelen“ (sprich: "snuselen") stammt aus dem Holländischen (Jan Hulsegge und Ad Verheul) und ist zusammengesetzt aus den beiden Begriffen "snuffelen“ (schnüffeln) und "doezelen“ (dösen).

Es bezeichnet keine Therapieform, sondern ein Förder- und Freizeitangebot. Der Begriff versucht, die Empfindungen auszudrücken, die ein behinderter Mensch in einer stimmungsvollen, speziell ausgestatteten Umgebung und mit Angeboten zum Riechen, Schmecken, Hören, Sehen und Spüren erleben kann.

Im Gegensatz zu vielen Situationen, in denen der ein Mensch mit Behinderungen sich seiner Umgebung anpassen soll, wird beim Snoezelen versucht, eine ihm angemessene Umgebung zu schaffen, die seinen Willen und seine Äußerungen ernst nimmt und sie gelten lässt. Soweit möglich, sollte der Benutzer selbst bestimmen, was er in diesem Raum machen möchte.

Der Snoezelenraum im St. Antoniushaus ist ganz in weiß gehalten, damit sämtliche Flächen als Projektionsflächen für Farbakzente genutzt werden können. Wichtig ist, dass nicht die Vielfalt der technischen Möglichkeiten im Vordergrund steht, sondern die Interaktion der Menschen miteinander.

  • Das angenehm temperiertes Wasserbett lädt mit Lagerungskissen zum gemütlichen Liegen ein.
  • Die drehbare Spiegelkugel und die rotierende Farbscheibe zaubern wechselnde Lichtreflexe an die Wände.
  • Für die sprudelnden Wassersäulen existiert eine spezielle Ansteuerung durch zwei Taster, die der Benutzer mit Kopf, Schulter oder Fuß selber bedienen kann.
  • Das Resonanzbett mit integrierten Lautsprechern und Farbwechselwand bietet nicht nur ein hörbares, sondern über die Knochenleitung auch spürbares Musikangebot.
  • Die Resonanzplatte (nach dem Konzept von L. Nielsen) ist für blinde und mehrfachbehinderte Benutzer gedacht. Unterschiedlichste Materialien können mit den eigenen Körperbewegungen in geräuschvolle Aktion versetzt werden.
  • Die Klangwiege mit Heumatratze lässt ein Klanggewölbe für den Benutzer entstehen.
  • Neben dem großen Holz-Xylophon stehen Vibrationsmatten, Hängematte, Aromalichter und eine Wand mit Angeboten für den Geruchs- und Geschmackssinn zur Verfügung.
Snoezelraum Bild 1
Snoezelraum Bild 2
Snoezelraum 3
Klangwiege

Resonanzbett B
Resonanzplatte
 

Ergotherapie

Definition:
„Ergotherapie begleitet, unterstützt und befähigt Menschen jeden Alters, die in ihren alltäglichen Fähigkeiten eingeschränkt oder von Einschränkung bedroht sind, für sie bedeutungsvolle Betätigungen in den Bereichen Selbstversorgung, Produktivität und Freizeit in ihrer Umwelt durchführen zu können.

Ziel der Ergotherapie ist es, durch den Einsatz von Aktivitäten, Betätigung und Umweltanpassung dem Menschen eine größtmögliche Handlungsfähigkeit im Alltag, Lebensqualität und gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen.“ (DVE 2007)

Die Ergotherapie ist ein medizinischer Fachberuf und kann vereinfacht als Behandlungsform zum Erreichen oder weitgehendem Erhalten von Handlungs- und Interaktionsfähigkeit beschrieben werden. Dabei spielen Motivation, Kommunikation (z. B. Unterstützte Kommunikation) und aktive Beteiligung eine zentrale  Rolle.

Räume und Ausstattung im St. Antoniuhaus

  • ein großer heller Therapieraum mit Materialraum, Werkstatt und Büro
  • Lagerungshilfen
  • Geräte für Bewegungsanregungen
  • Spiel- und Betätigungsmaterial für alle Entwicklungsstufen
  • Materialien zum Bau von Handlagerungsschienen
  • Werkzeug und Material zum Bau von kleineren Hilfsmitteln und individuell angepasstem Betätigungsmaterial
  • technische und nicht-technische Kommunikationshilfen für nichtsprechende Bewohner

Menschen und Angebote

  • eine angestellte Ergotherapeutin mit Bobath-Zusatzausbildung und langjähriger Erfahrung in der Arbeit mit Menschen mit schweren Behinderungen; Zusammenarbeit mit einer externen ET-Praxis zur Erweiterung des Angebotes
  • ergotherapeutische Einzelarbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen; Schwerpunkte bilden die Handlungskompetenz sowie die Kommunikationsmöglichkeiten mit  technischen und nicht-technischen Hilfen
  • Herstellung von statischen Handlagerungsschienen 
  • Herstellung von speziell angepasstem Betätigungsmaterial
  • Unterstützung der Wohngruppen bei der Umfeldgestaltung für die Bewohner mit Blick auf Aktivität und Selbstständigkeit
  • intensiver Austausch mit allen pädagogisch-medizinisch-therapeutischen Mitarbeitern
  • Partner im hausinternen Netzwerk bei der Versorgung mit Hilfsmitteln (wie Rehastühlen, Steh-, Geh- und Fahrhilfen, Lagerungshilfen, Orthesen u. a. m.)
  • Partner im Netzwerk externer Berater zu Schwerpunktthemen (z. B. Seh- und Hörschädigungen, orofaziale Probleme, technische Kommunikationshilfen u. a. m.)
  • hausinterne Fortbildungsangebote
  • Organisation von halbjährlichen Beratungsterminen zu speziellen orthopädischen Fragen mit einem Facharzt, den betreffenden Allgemeinmedizinern, Orthopädietechnikern, therapeutischem und medizinisch-pädagogischem Personal

Physiotherapie (Krankengymnastik)

Physiotherapie (Krankengymnastik) ist die gezielte Behandlung gestörter physiologischer Bewegungsabläufe. Auf der Grundlage der ärztlichen Diagnose und einer entsprechenden Verordnung werden Therapieziele zur Erhaltung, Wiederherstellung oder Verbesserung von gestörter Funktion und Leistungsfähigkeit des Gesamtorganismus' angestrebt. Die Behandlung der Physiotherapie orientiert sich am individuellen Problem des Patienten.

Räume und Ausstattung

  • zwei große, ineinander übergehende, helle Therapieräume (auch trennbar)
  • drei verstellbare Behandlungsliegen
  • zwei mobile Lifter
  • alle notwendigen Lagerungshilfen
  • alle erforderlichen Geräte für Bewegungsanregungen
  • alle Therapiematerialien für physiotherapeutische Behandlungen

Menschen und Angebote

  • langjährige enge Zusammenarbeit mit einer Physiotherapie-Praxis aus dem Stadtteil
  • Zusatzqualifikationen wie Vojta- und Bobath-Therapie, Manuelle Therapie, orofaziale Therapie, Craniosacrale Therapie und anderes mehr
  • umfangreiche Erfahrung in der Arbeit mit Menschen mit Behinderungen aller Altersgruppen
  • behandelt wird jeder Bewohner auf Grundlage einer Verordnung des zuständigen Arztes
  • enger und intensiver Austausch mit der Ergotherapie und allen pädagogisch-medizinischen Mitarbeitern der Wohngruppen
  • Partner im hausinternen Netzwerk bei der Versorgung mit Hilfsmitteln (Rehastühlen, Steh-, Geh- und Fahrhilfen, Orthesen, Lagerungshilfen u. a. m.)
  • kontinuierlicher Austausch mit Beratern der Orthopädiefirmen, fachspezifischen Schulen, Ärzten und externen Therapeuten
  • Teilnahme an fachlichen und fachübergreifenden Teambesprechungen
  • Gestaltung von Fortbildungsangeboten und Schwerpunkt-Beratungen je nach Bedarf
  • wöchentliche Durchführung eines Psychomotorik-Angebotes für Menschen mit schweren Behinderungen
  • wöchentliche Durchführung des therapeutischen Schwimmens im hauseigenen Therapiebad

Schüler und Studenten der Johann-Hermann-Lubinus-Schule für Physiotherapie

  • Schüler bzw. Studenten in der Physiotherapie-Ausbildung leisten in der PT-Abteilung ihr Praktikum für die Kinderbehandlung ab
  • sie erhalten während ihres Praktikums Begleitung, Betreuung und Supervision von einer ausgebildeten Lehrkraft  der Physiotherapie-Schule
  • sie behandeln ausgewählte und einzeln zugeordnete Kinder und Jugendliche des Wohnbereiches für Menschen mit Behinderungen
  • sie erwerben Wissen über Hilfsmittel (Steh-, Geh, Fahrhilfen, Schienen, Orthesen u.a.m.)
  • außerdem wird in die Zusammenarbeit mit den Wohngruppen, der Ergotherapie, der Orthopädietechnik, externen Therapeuten und Beratern eingeführt

Die Behandlungen durch die Schüler sind eine zusätzliche Leistung zur regulären Physiotherapie. Sie basieren auf einer handlungsorientierten Grundlage. Dabei wird angestrebt, einen motivierenden Zusammenhang zwischen einer Handlung und  der dazu gehörenden Bewegung zu finden.

 
Liegeschale
NF-Walker
Physiotherapie 1
Physiotherapie 2 

PT-Schüler 1 

Rehastuhl
Rollator
Stehständer
Therapiedreieck

Kontakt

Wohnbereich für Menschen mit Behinderungen
Sozialdienst kath. Frauen e.V. Kiel
Rüsterstraße 30
24146 Kiel

Tel.: 0431/66 85 0 (Zentrale)
Fax: 0431/66 85 106
Email: st.antoniushaus@skfkiel.de
Pädagogische Bereichsleiterin: Claudia Hobrecht
Medizinische Bereichsleiterin: Dr. Katja Pawletta-Kock